Rock This Game - Die Early Access Hölle
  • So 11.5.14
  • Christian

Die Early Access Hölle

Warum Early Access zur Qual wird.

 

DayZ Early Access, okay. Project Zomboid, okay. Rust, okay. 7 Days to die, okay. Starbound, okay. Broforce… Divinity… Wastelands 2… Prison Architect… WarZ… Planet Explorers… Was?

 

Early Access. Eine Idee überlebt sich selbst.

 

Liebe Spieleentwickler. Ich verstehe es durchaus, dass ihr unter Druck seid Spiele fertig zu stellen. Termine einzuhalten und auch gerne die Möglichkeit nutzen wollt mit der Community zusammen zu arbeiten. Spiele können so wachsen, Ideen von Spielern aufgenommen werden. Alles kann besser werden.
Mittlerweile habe ich jedoch das Gefühl Early Access Spiele erreichen das Gegenteil.
Ein Spiel erscheint als Early Access-Titel um ein paar Einnahmen vorneweg zu generieren und vielleicht die Fans schon vorab zu mobilisieren.

 

Spiele werden teilweise so unfertig bei Steam als Early-Access angeboten, dass man kaum von einem Spiel sprechen kann.

 

Doch dann, das Spiel kommt nicht wirklich gut an. Es bleibt hinter den Erwartungen zurück. Unter anderem auch weil es zuviele Bugs enthält. Was normal ist für Spiele in der Alpha Phase. Was aber dennoch viele Fans abschreckt. Die Programmierer werden unter Druck gesetzt von den Publishern sowie auch von den Fans, die alles anders haben wollen oder schon so verschreckt werden, dass sie das Spiel in schlechter Erinnerung behalten.
Spiele werden teilweise so unfertig bei Steam als Early-Access angeboten, dass man kaum von einem Spiel sprechen kann. Man hangelt sich durch Bug-Wüsten, glitcht durch Wände, wiederholte Characterwipes vermiesen einem die Leidenschaft. Vielleicht verliert man sogar einfach die Lust, weil man ein Spiel in der Alpha, im Early Access Zustand, ausgiebig „gespielt“ oder sagen wir besser getestet hat.

 

Einige Spiele werden nie wieder angefasst. Sicherlich, die richtigen Kracher werden sich durchsetzen, aber mal Hand aufs Herz: Welche Early Access Spiele haben sich durchgesetzt? An welche könnt ihr euch erinnern und zockt sie noch heute? Minecraft mal ausgenommen, das Spiel sprengt jeglichen Rahmen und wird immer weiter entwickelt.
DayZ Standalone könnte man nennen. Das Spiel ist aus einer Mod heraus entstanden und verkauft sich mittlerweile als Early Access Titel millionenfach. Dennoch ist das Spiel immer noch voller Fehler. Glitches, Bugs, fehlerhafter Animationen. DayZ lebt auch ein wenig davon was sich die Community erhofft. Was sie in dem Spiel sieht. Was noch kommt. Ob die Entwickler jemals alles erfüllen was sie sich vorgenommen haben steht auf einem anderen Blatt. Immerhin ist DayZ schon nahezu spielbar. Im Gegensatz zu einigen anderen Titeln, bei denen ich mich frage ob überhaupt noch an ihnen weiter gearbeitet wird.

 

Die mangelnde Kommunikation zwischen Fans und Entwicklern hat schon so manche Community aufgebracht. Cubeworld beispielsweise. Ein schöner Titel, der an sich selbst gescheitert ist? Oder wollten die Entwickler nur ein wenig Geld verdienen? Das worst case Szenario hat sich wohl bei Earth: Year 2066 ereignet.

(http://www.gamestar.de/specials/spiele/3055534/early_access_abgrund.html)

 

Dem Spieler sollte bewusst werden, dass er vielleicht niemals ein komplett fertiges Spiel erhält.

 

Early Access führt sicherlich auch dazu, dass Spiele Features enthalten, die von den Fans gewünscht wurden. Allerdings, und das sollte jedem bewusst sein, führt jedes nachträglich eingebaute Feature zu mehr Komplikationen und zur späteren kompletten Fertigstellung des Titels.

 

Vielleicht sollte man das System überdenken und einen continuous Access bieten. Dem Spieler sollte bewusst werden, dass er vielleicht niemals ein komplett fertiges Spiel erhält. Aber dafür immer wieder mit Erweiterungen bedacht wird. Ein dauerhaftes System um Bugs und Glitches immer wieder nachträglich zu entfernen. Damit umgänge man auch das leidliche Problem ein Spiel als fertig zu titulieren und innerhalb der ersten Monate die Spieler mit Patches zu bombardieren.

 

Denn nichts frustriert mehr, als wenn man auf den Release eines heiß erwarteten Titels wartet, diesem entgegenfiebert und dann mit einem verbuggten Spiel konfrontiert wird. Ich für meinen Teil kaufe die meisten Spiele erst einige Zeit nach dem Release um direkt die ersten Patches mitzunehmen. Genauso lasse ich von den meisten Titeln im Early Access mittlerweile die Finger. Zu oft habe ich bei einem Angebot zugeschlagen, das Spiel ein paar mal gespielt und dann nie wieder angefasst und allen Freunden davon abgeraten.

 

Und das kann nicht der Sinn von Early Access Titeln sein.

 

 

 

 

 

Quellen und Artikel zum Thema:

 

http://www.eurogamer.de/articles/2014-01-20-early-access-wenn-ein-segen-zur-seuche-wird
http://www.gamestar.de/specials/spiele/3055534/early_access_abgrund.html
http://www.focus.de/digital/games/spiele-early-access-games-unfertig-und-kostenpflichtig_id_3792994.html
http://www.pcgames.de/Steam-Software-69900/Specials/Steam-Early-Access-Hintergruende-Chancen-und-Gefahren-der-grosse-Report-1108344/
http://de.ign.com/feature/22322/early-access-co-fertige-spiele-sind-schnee-von-gestern

5 Kommentare

  1. Marcus A.
    sagt:

    Sehr schöner Artikel…
    was man leider oft vergisst als Early Access Teilnehmer, das eine Spieleentwicklung ein sehr langwieriger Prozess ist. Man kauf ein solches Spiel, macht ein/zwei Updates mit und freut sich über neue Inhalte… und wartet dann unter Umständen sehr lange auf weitere. Spiele haben aber in der Regel eine weitaus kürzere Halbwertszeit als die Spieleentwicklung, sprich, die neuen Features werden schneller langweilig, als neue hinzukommen. Also spielt man immer in der Erwartung neuer Inhalte, die stehts zu lange brauchen um implementiert zu werden.

    Und sind wir mal ehrlich. Wirklich mitreden kann keiner von uns… und das ist auch gut so. Viele Köche verderben bekanntlich den Brei. Sinn machen wir Spieler nur als Beta-Tester… und das war früher ein Job, der Bezahlt wurde, nicht einer für den mal selbst bezahlen muss um mitmachen zu „dürfen“.

    Für uns Spieler bleibt also nur die spannende Erfahrung wärend der Entwicklung eines Spiels beizuwohnen und mitzuerleben wiedas Spiel sich entwickelt, wie Stellschrauben justiert werden und sich das Spielerlebniss dahingehend verändert. Das kann, je nach Spiel, spannend sein… oder die Spielfreude im Keim ersticken.

    Bei Starbound hat es nicht funktioniert. Ich hatte viel Spass beis zum voräufigen „Ende“, aber wirkllich spannend war die Reise bis dahin nicht. Zu viele Features wie Interaktionen mit den vielen Biomen und Rassen fehlen, fehlende Quests, kaum Geheimnisse und nichts wirklich spannendes gab es zu entdecken. Nicht falsch verstehen. Starbound klotze und kleckerte nicht, wie du so schön geschrieben hast, aber im Grunde enttäuschte jeder Klotz ein bisschen. Eigentlich unterschieden sich die Klötze nur in Form und Farbe.

    Bei Rust hingegen funktioniert EA aus meiner sicht. Das Spiel läuft Rund, ist spannend und könnte auch so schon fertig sein, ohne das man das Gefühl hat, es fehlt wirklich was. Klar… komplex und vielschichtig ist was anderes, aber in seiner Einfachheit funktioniert es.

    DayZ hab ich auch gespielt, dort vermiesen mir aber die vielen Glitches und Bugs den Spass… irgendwie fühlt sich das Spiel nicht Rund an, deswegen schau ich alle Nase mal rein und schau, was sich tut (und es tut sich definitiv was). Wirklich spielen tu ich es aber (noch) nicht.

  2. Christian
    sagt:

    Ich hatte mir Don’t Starve als early Access geholt, das Spiel war zum damaligen Zeitpunkt auch schon fertig und sehr gut, im Nachhinein hatte es mich aber geärgert das immer mehr und mehr Features kamen als ich das Spiel schon lange nicht mehr gespielt hatte und bis heute habe ich das Gefühl Habe das ich da was verpasst habe obwohl ich einige Stunden reingesteckt hatte.

  3. Pingback: The Forest - Don´t go in the woods... | ROCKTHISGAME

  4. sagt:

    Hallo Christian,

    interessanter Artikel. Der Punkt der mangelnden Kommunikation kann ich auch sehr gut verstehen. Übrigens habe ich auch gelesen das du einen sehr positiven Beitrag über „The Forest“ geschrieben hast. Hast du die Entwicklung mitverfolgt? Wie zufrieden bist du mit dem bisherigen Stand?

    Aber zurück zu dem Beitrag: Ich denke das sich ein continuous Access nicht durchsetzen würde, da es genügend Alternativen gibt. Kickstarter bzw. Crowdfunding beispielsweise. Notfalls finanziert man einfach darüber.
    Ein Beispiel dafür wäre Planetary Annihilation. Siehe Reviews.

    http://store.steampowered.com/app/233250/

    Diese haben das fertige Produkt unvollständig veröffentlicht und haben einfach ein neues Spiel finanziert.

    Insgesamt ein überraschend komplexes Thema.

  5. Christian
    Beitragsautor sagt:

    Hey Dominik!
    Ja, durchaus komplex und interessant das Thema. Es gibt ja einige positive Beispiele, aber leider sehr viele negative über die man sich dann wirklich aufregen kann.
    The Forest hat da, auch durch seine regelmäßigeren Patches und Updates sowie die offene Kommunikation der Spieler ein gutes Vorbild abgegeben wie es auch gehen kann. Da war auch von Anfang an klar, es wird sich noch einiges ändern.
    Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Spiel interessanter und hat sich durchaus positiv weiterentwickelt. Es wird spannend zu beobachten sein, wie in Kommunikation mit den Spielern, als auch bei der Beobachtung von anderen Titeln, Einflüsse generiert werden.
    Wahrscheinlich hast du recht und der continous Access wäre nicht zu verwirklichen und würde nicht akzeptiert werden, aber interessant sind Gedankenspiele zu diesem Thema auf jeden Fall.
    Gruß

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